Zahnsprechstunde - Häufig gestellte Fragen

 

Allgemeine Informationen


Wie oft sollte man die Zähne von Tieren untersuchen lassen?

Erkrankungen der Mundhöhle entwickeln sich in der Regel langsam und schleichend, deshalb sollten Sie die Zähne von Hund und Katze mindestens einmal im Jahr untersuchen lassen. Bei kleinen Hunderassen und Katzen mit chronischer Zahnfleischentzündung ist oftmals eine mehrmalige Untersuchung pro Jahr notwendig. Welpen, vor allem Hundewelpen, sollten bereits das erste Mal mit zwölf Wochen und dann später mit 5 bis 6 Monaten auf mögliche Zahn-oder Kieferfehlstellungen untersucht werden.

Wie erkenne ich als Tierbesitzer Zahnprobleme?

Mundgeruch ist der häufigste Vorstellungsgrund und oftmals der einzige Hinweis auf Zahnprobleme. In diesem Fall sollten Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen, denn meistens liegt die Ursache hierfür in Erkrankungen der Mundhöhle. Hunde und Katzen fressen im Allgemeinen auch weiter, wenn sie Zahnschmerzen haben. Bei genauem Hinsehen fällt jedoch eine veränderte Fressweise auf. Sie schlucken das Futter einfach unzerkaut herunter, meiden harte Futterbestandteile, lassen diese wieder fallen, fressen einseitig und halten den Kopf schief.

Viele Tiere verändern ihre Verhaltensweise. Sie ziehen sich zurück, ruhen mehr, sind weniger aktiv. Vor allem bei älteren Tieren ein fataler Irrtum, da abnehmende Aktivität gerne auf das zunehmende Alter geschoben wird. Viele Hunde mit Zahnschmerzen, beginnen in den Abendstunden unruhig zu werden und wandern nachts herum. Hunde lassen plötzlich in ihrem Spieltrieb nach, meiden Zerrspiele oder das Festpacken und Schütteln ihres Lieblingsspielzeuges. Katzen wollen nicht mehr am Kopf gekrault werden, ziehen sich zurück und vernachlässigen die Fellpflege. Die Symptome sind allgemein recht vielseitig aber eben wenig spezifisch.

Warum muss eine Zahnbehandlung in Narkose erfolgen?

Eine gründliche Untersuchung der gesamten Mundhöhle, des Zahnhalteapparates und des Kiefers kann nur in Narkose erfolgen. Für eine präzise Diagnostik benötigen wir intraoral angefertigte Röntgenbilder. Dies gelingt nur, wenn der Patient schläft. Gleiches gilt für die fachmännische Zahnreinigung. Eine Zahnsanierung soll kein kosmetischer Eingriff sein, sondern als medizinischer Eingriff, ausschließlich der Gesunderhaltung unserer Vierbeiner dienen. Der Ablauf einer professionellen Zahnreinigung erfordert den Einsatz eines Ultraschallgerätes, welches im Ultraschallbereich arbeitet und mittels Wasserspray gekühlt werden muss. Sowohl das Geräusch als auch das Reinigen der Zahnfleischtaschen ist für die Tiere äußerst unangenehm und führt zu Abwehrbewegungen, die wiederum zu Verletzungen führen können. Rein kosmetische Eingriffe lehnen wir aus Tierschutzgründen ab.

Wie lange dauert eine Zahnbehandlung und wann kann ich mein Tier wieder abholen?

Ja nach Umfang und Schweregrad dauert eine Zahnsanierung zwischen 30 Minuten und zweieinhalb Stunden. Anschließend bleiben unsere Patienten noch einige Zeit zur Beobachtung bei uns und dürfen in aller Regel nach zwei bis vier Stunden wieder nach Hause.

Wann darf mein Liebling wieder fressen?

Wir empfehlen noch am selben Tag der Operation wieder anzufüttern, allerdings sollte nur die halbe Ration angeboten werden. Wurde in der Maulhöhle genäht, darf in den nächsten 14 Tagen nur weiches Futter angeboten werden. Kauartikel sind in dieser Zeit verboten.

Wie gefährlich ist die Narkose?

Um das Narkoserisiko möglichst gering zu halten ist eine gründliche Voruntersuchung unerlässlich. Vor allem bei Risikopatienten führen wir eine Reihe von Voruntersuchungen durch, welche Blutuntersuchungen und gegebenenfalls eine Herzuntersuchung per Ultraschall beinhalten.
Wir verwenden in unserer Klinik ausschließlich moderne, kreislaufschonende Narkosemittel und führen jede Narkose mit Inhalationsnarkose fort.

Die Narkosesicherheit beruht auf einem venösen Zugang via Venenkatheter, dem Legen einer Infusion zur Kreislaufstabilisation und einer lückenlosen Überwachung der Vitalparameter. Die Narkose wird sowohl mit Monitorgeräten überwacht als auch durch geschultes Personal assistiert, welches bei jedem Patienten ein Narkoseprotokoll führt. Bis zur ihrer Entlassung werden unsere Patienten auf der Aufwachstation liebevoll betreut.

Muss ein abgebrochener Zahn behandelt werden?

Ein hoher Prozentsatz der Hund und Katzen erleiden durch ein Trauma oder durch ungeeignete Kauartikel Zahnschmelzfrakturen. Diese bleiben häufig unentdeckt. Da Hunde und Katzen im Vergleich zum Menschen nur über eine sehr dünne Schmelzschicht verfügen, kommt es häufig selbst bei sehr oberflächlichen Zahnfrakturen zur Eröffnung der Pulpa oder Verletzung des Zahnbeines.

Diese Verletzungen sind schmerzhaft und führen über kurz oder lang zu einer aufsteigenden Infektion des Wurzelkanals und zur Bildung eines Wurzelspitzenabszesses. Abwarten und Nichts zu tun ist hierbei die schlechteste Option von allen.

Was kann ich vorbeugend für Zahngesundheit tun?

Hunde:
Es gibt zahlreiche Kauhilfen für Hunde. Eine Regel sollten sie allerdings beachten: Sie müssen mit dem Fingernagel einen Eindruck auf dem Kaumaterial hinterlassen können. Gelingt dies nicht, so ist der Artikel ungeeignet und eventuell sogar schädlich für ihr Tier.
Im Idealfall putzen Sie die Zähne ihres Vierbeiners mit einer Zahnbürste. Wir beraten Sie gerne dazu, wie Sie ihren Liebling daran gewöhnen und wie Sie die richtige Technik anwenden.

Katzen:
Für Katzen stehen eine Reihe von klinisch getesteten Zahnfuttermitteln zur Verfügung. Achten Sie auf die Zertifikate mit der Aufschrift: VOHC oder EVDS. Zähneputzen bei der Katze gelingt seltener und Sie müssen bereits sehr früh im Alter von 12 Wochen das Tier daran gewöhnen.

Ist mein Tier nicht schon zu alt für eine Zahnbehandlung?

Ein großer Anteil der uns vorgestellten Patienten sind ältere Hunde und Katzen, welche immer mit den typischen Symptomen, massiver Zahnstein und schlechter Mundgeruch, eine über Jahre dauernde Leidensgeschichte hinter sich haben. Auf die Frage warum denn keine Zahnsanierung durchgeführt wurde lautet häufig die Antwort, es sei ihnen davon abgeraten worden, das Tier sei schon zu alt und würde eine Narkose nicht mehr überleben.

Chronische Infektionen in der Maulhöhle führen aber wie beim Menschen zu irreversiblen Schäden an den inneren Organen und Gelenken. Die Schädigung des Organismus nimmt von Jahr zu Jahr laufend zu und diese Tiere leiden unter chronischen Schmerzen. Haben sich die Tierbesitzer erstmal für eine Zahnsanierung entschieden, so berichten sie häufig , dass ihr Liebling danach wie ausgewechselt wirke, vital, spielfreudig und aktiver. Dieselben Tierbesitzer übrigens, welche die Zurückgezogenheit auf das Alter geschoben haben.

Bitte vergessen Sie nicht, Hunde und Katzen zeigen uns meist keine Zahnschmerzen und leiden still vor sich hin. Nur in sehr seltenen Fällen gilt ein alter Hund oder eine alte Katze als nicht narkosefähig.

Thema: Kosten


Blutuntersuchung

Zur genaueren Einschätzung des Narkoserisikos raten wir in vielen Fällen zu einer Untersuchung der Leber- und Nierenfunktion und des Blutbildes. Kosten zwischen 47 und 84 Euro.

Narkose

Zahnsanierungen sind häufig langdauernde Eingriffe, welche nur mit einer sicheren Narkose durchführbar sind. Deshalb legen wir großen Wert auf ein umfangreiches Narkosemanagement, welches folgende Leistungen enthält:

  1. Untersuchung des Herz-Kreislaufsystems
  2. Legen eines Venenkatheters
  3. Intravenöse Infusion
  4. Monitorüberwachung der Narkose und Inhalationsnarkose

Diese Maßnahmen belaufen sich auf Gesamtkosten von ca. 150 bis 250 Euro.

Zahnsanierung

Für eine zuverlässige Kostenschätzung der Zahnsanierung muss die Maulhöhle genauer untersucht werden. Dazu bieten wir unseren Tierbesitzern eine individuelle und transparente Kostenaufstellung an. Je nach Zeitaufwand können die Kosten für eine Zahnsanierung zwischen 100 und 600 Euro betragen.